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Christian Frobeen

hat über 40 Reisen nach Lateinamerika unternommen und lebte eine Zeit lang in Ecuador.

Christian Frobeen

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Reisetagebuch Galapagos von Frau Reinhild Berger, 02. - 08. April 2016

Reisetagebuch Galapagos von Frau Reinhild Berger : Eine Woche auf der „Treasure of Galapagos“, Tour C (7 Tage, 6 Nächte)

Bilder und Text von Reinhild Berger sowie Peter Ditzel. U.g. Tourgrafik vom Schiffseigner (Grafik und Bilder zum Vergrößern bitte anklicken!)

 

Freitag, 1. April 2016: Mit der niederländischen Fluglinie KLM geht es morgens um 6 Uhr von Stuttgart zunächst nach Amsterdam. Von dort aus starten wir am Vormittag ins große Abenteuer Galapagos! Amsterdam – Quito, das sind 10.000 km Flug in einer Zeit von gut elf Stunden. In Quito, der Hauptstadt von Ecuador, angekommen, stellen wir die Uhr um sieben Stunden zurück – es ist erst Nachmittag. Wir lassen uns ins Hotel Rincon de Puembo fahren, das in der Nähe des Flughafens liegt. Hier können wir uns ein bisschen ausruhen und akklimatisieren, bevor es am nächsten Morgen in aller Frühe weitergeht auf die Galapagos-Inseln!

Samstag, 2. April 2016: Der Transfer in aller Frühe zum Flughafen Quito klappt zuverlässig. Erwartungsvoll steigen wir nun in eine Maschine der AeroGal und starten nach Galapagos. Nach knapp zwei Stunden Flugzeit landen wir auf Baltra, der Flughafeninsel nördlich von Santa Cruz. Sonne und blauer Himmel begrüßen uns. Wir dürfen die Uhr noch eine weitere Stunde zurückstellen – so wird der erste Tag richtig lang! Nach der zügigen Passkontrolle zahlen wir unsere 100 Dollar-Eintrittsgebühr in den Nationalpark. Am Ausgang erwartet uns Harry, unser deutscher Guide, der uns die nächsten Tage begleiten und über die Inseln führen wird. Mit Bus, Fähre und nochmal Bus erreichen wir nach ca. 90 Minuten Puerto Ayora im Süden der Insel Santa Cruz, wo unser kleines, feines Kreuzfahrtschiff ankert. Die „Treasure of Galapagos“ ist ein Katamaran (Fotos siehe ganz oben) mit neun Passagierkabinen für maximal 16 Gäste. Wir beziehen die Kabine Nr. 1 – und freuen uns über viel Platz und je einen Balkon links und rechts. Insgesamt sind wir 14 Passagiere: vier deutsche Paare, ein Schweizer Paar, ein australisches Paar und ein Vater-Sohn-Gespann aus den USA. Am Nachmittag beginnt das Besichtigungsprogramm unter Harrys kompetenter Führung. Vom Schiff aus fahren wir mit kleinen Schlauchbooten, den so genannten Pangas, ans Land. Wir besichtigen in Puerto Ayora die Charles-Darwin-Forschungsstation. Vor dem Eingang sehen wir schon ein paar schwarze Meerechsen, die gelangweilt in der Sonne dösen. In der Station selbst gibt es Gehege mit verschiedenen Riesenschildkröten und großen goldgelben Landleguanen.

 

Und wir begegnen den frei herumfliegenden Darwin-Finken. Harry, Biologe und seit über 20 Jahren Galapagos-Guide, zeigt uns interessante Pflanzen, z.B. Manzanilla, den Giftapfelbaum und die baumartigen Opuntien. Wir erfahren, dass alle Schildkröteneier auf allen Inseln von Menschen eingesammelt und in den zwei wissenschaftlich betreuten Zuchtstationen ausgebrütet werden. Die jungen Schildkröten bleiben nach dem Schlupf solange unter schützender Betreuung, bis sie ausreichend starke Panzer und damit hohe Überlebenschancen haben. Dann werden sie auf die jeweiligen Heimatinseln zurückgebracht und ausgewildert. Das Schildkrötenprogramm auf Galapagos ist von Erfolg gekrönt: Die Population ist stabil. Auf dem Rückweg bummeln wir ein wenig durch Puerto Ayora, den größten Ort der Inselgruppe. Hier gibt es viele Souvenirläden, Bars und Restaurants mit Internet-Zugang, Apotheken und auch einen Supermarkt. Zurück am Pier und am Bootsanlegesteg stolpern wir fast über Seelöwen, die völlig selbstverständlich auf dem Weg herumliegen und die Nähe der vielen Menschen nicht fürchten, ja sogar eine kleine Show abliefern, sofern sie Lust dazu haben.

Sonntag, 3. April 2016: Das Schiff ist über Nacht weitergefahren an die Westküste von Santa Cruz und ankert vor dem Inselchen Isla Eden, das tatsächlich etwas Paradiesartiges hat. Wir steigen in die beiden Pangas, verpacken uns pflichtgemäß in Schwimmwesten und fahren die paradiesische Küste entlang. Das Meer ist türkisfarben und glitzert. Wir beobachten eine schwimmende Meeresschildkröte, viele Pelikane, Blaufußtölpel, Fregattvögel (erstes Bild s.u.), Seelöwen, jede Menge rote Kliffkrabben und deren schwarzen Nachwuchs, bewundern rote Mangroven mit im Freien hängenden Stelzwurzeln. Später beim Schnorcheln schwimmen wir mit bunten Fischen und der einen und anderen Meeresschildkröte.

Am Nachmittag ein Landausflug: Das Ziel heißt Cerro Dragon, immer noch im Westen von Santa Cruz. Rote Kliffkrabben (Bild s.u.) bilden das Empfangskomitee, als wir aus den Pangas aussteigen. Drei Meerechsen sonnen sich an einem kleinen Sandstrand. Wir balancieren hier über Lavagestein mit vielen Ecken und scharfen Kanten. Der Weg führt durch einen Urwald vorbei an einer Lagune mit Flamingos und Rotstelzenvögeln. Dann treffen wir auf den ersten goldgelben Landleguan in freier Wildbahn: Ein kräftiges Männchen, wie die Färbung zeigt. Aber es kommen noch mehr! Ein Landleguan kreuzt direkt vor uns den Weg, lässt sich in aller Ruhe fotografieren.

Immer wieder sehen wir große Löcher im Boden. Dort hinein legen die Weibchen ihre Eier. In der Ferne entdecken wir schwarze Ziegen, ein paar werden auf Galapagos noch geduldet und in ihrem Bestand ständig kontrolliert. Vor einigen Jahrzehnten hatten sich die von Schiffsbesatzungen ausgesetzten Ziegen, die den Seeleuten bei Bedarf als Frischfleisch dienten, so stark vermehrt, dass die Vegetation der Inseln Schaden genommen hatte. Durch gezieltes Jagen ist die Situation inzwischen unkritisch geworden.

Montag 4. April 2016:  Am Morgen ankert das Schiff im Südosten der Insel Isabela vor dem kleinen Ort Puerto Villamil. Schon vor dem Frühstück fahren wir mit den Schlauchbooten nach Les Tintoreras, wo die Galapagos-Pinguine leben. Wir sehen sie auf den Küstenfelsen sitzen und im Meer schwimmen. Nach der Anlandung laufen wir einen kleinen, angelegten Weg entlang der Meeresküste und sehen in einem von zwei Felsen gebildeten Wasserbecken drei große Meeresschildkröten. An den Steinhängen hocken jede Menge rote Kliffkrabben und die von ihrer Färbung her exzellent getarnten grauschwarzen Meeresechsen  mit ihren imposanten Zacken auf Hinterkopf und Rücken.

 

Der Weg führt durch Lavabrocken, die mit hellgrünen, gelben und weißen Flechten bewachsen sind. Wir erreichen eine kleine sandige Bucht, in der Seelöwen spielen. Der nächste Programmpunkt heute heißt Schwimmen und Schnorcheln in der Bucht von Puerto Villomil. Hier schwimmen und tauchen ebenfalls Meeresechsen, aber auch viele bunte Fischschwärme. Auf einer Bank am Wegesrand lümmeln die Seelöwen und halten Vormittagsschläfchen. Eindrucksvoll der Mangrovenwald, durch den wir laufen. Auf den Holzstegen behaupten Meerechsen mit eindrucksvollen Kopf- und Rückenzacken ihren Platz, sodass Fußgänger einen Bogen um sie machen müssen. Am Nachmittag besuchen wir in Puerto Villamil die Schildkröten-Zuchtstation auf Isabela.

Hier gibt es Galapagos-Schildkröten in allen Größen und Altersstufen sowie Panzervariationen. Von der Zuchtstation aus führt ein sehr malerischer Weg auf Holzstegen durch die typische, dichte Inselvegetation. Auch hier wieder Brackwasser-Lagunen mit Flamingos, Teichhühnern und anderen Vögeln. Der abwechslungsreiche Weg führt direkt aufs Meer. Wir werden überrascht von einem menschenleeren breiten und langen, weißen Sandstrand. Zur Landseite stehen einige bunte Häuser. Schnell finden wir auch eine Bar, die WiFi anbietet – ein Stück Zivilisation in der wilden Natur. Als wir mit den Pangas wieder an unser Schiff anlegen wollen, räkelt sich auf der Einstiegstreppe ein kleiner Seelöwe. Wir respektieren unseren kleinen Gast, legen mit dem Boot auf der anderen Seite an.

Dienstag, 5. April 2016:Von unserem Kabinenbalkon aus beobachten wir ganz viele Meeresschildkröten, die um unser Schiff herum schwimmen. Die eindrucksvoll großen Tiere stecken neugierig ihre Köpfchen aus dem Wasser. Eine tolle Morgenstimmung. Unser Ankerplatz heute früh ist Punta Moreno an der Südwestküste von Isabela. Wir sehen im Hintergrund, auf der Insel, die Vulkane Sierra Negra und Cerro Azul. Unsere Vormittagswanderung führt über Lavagestein mit bizarren Mustern und Formen. Wir laufen über spitze Steine, scharfe Kanten, plötzliche Einbrüche, große Spalten und unterschiedlich farbige Gesteinsschichten. Man muss aufmerksam schauen, wohin man tritt. In der Steinöde gibt es überraschenderweise immer wieder kleine grüne, bewachsene Flächen. Gleichsam aus den Felsen heraus wachsen auch die gelb-grünen Lava-Kakteen. Tiere gibt es hier kaum zu sehen, nur ab und zu ein paar Eidechsen. Am Ende des Weges tummelt sich eine Seelöwenfamilie an einem kleinen felsigen Sandstrand. Auch die roten Kliffkrabben hängen an den Felsen, die dem Meer zugewandt sind. Die Pangas holen uns ab, es geht zurück aufs Schiff. Weiter geht die Fahrt Richtung Norden in die Urbina Bucht. Hier spazieren wir auf einem angelegten Weg und treffen Landleguan-Schönheiten. Am Strand können wir schnorcheln und mit der Kamera Fische „einfangen“. Wunderschöne Muscheln liegen herum, leider darf man keine mitnehmen.

Mittwoch, 6. April 2016: Wir ankern in der Buch von Punta Espinosa, vor der Insel Fernandina, das ist die westlichste der ganzen Inselgruppe. Mit den Pangas geht es los zum Landspaziergang. Punta Espinosa ist eigentlich das Reich der Meerechsen. Hier gibt es Hunderte, ja vielleicht sogar Tausende. Das Bild, das sich uns bietet, ist jedoch traurig. Bedingt durch das Klima- und Meeresströmungsphänomen El Niño ist der Pazifische Ozean an der Westküste Südamerikas in diesem Jahr bereits seit Monaten viel zu warm (25 Grad statt normalerweise ca. 15 Grad). Das bedeutet, dass die Meerechsen, die sich ausschließlich von dem Kaltwasseralgenteppich ernähren, kaum noch Futter finden. Links und rechts des Weges liegen sterbende oder schon gestorbene Tiere als Gerippe. Ein Bild des Jammers und des Mitleids. Tröstend der Anblick von zwei Galapagos-typischen flugunfähigen Kormoranen, die lustig mit ihren Stummelflügeln wedeln. Diese Vögel haben im Laufe der Evolution ihre Flügelkraft eingebüßt zugunsten einer starken Brust- und Beinmuskulatur, die ihnen optimale Schwimmeigenschaften bietet. Wie in einer Badewanne tummeln sich zudem in einem Felswasserbecken ein paar Seelöwen. Ein schönes Naturschauspiel. Wir sehen auch Lavareiher, Bussarde, Pelikane, Eidechsen und die überall mit ihrer Farbenpracht funkelnden Roten Kliffkrabben. Am Nachmittag dann ein nasses Abenteuer: Wir fahren mit den Pangas die Küste entlang und bewundern wieder Pelikane, Blaufußtölpel, Schwarzschwalben, Lavareiher, Meerechsen, fahren mit dem Boot eindrucksvolle Felsenhöhlen an, die wie Kathedralen wirken. Die Gesteinsschichtungen beeindrucken durch viele verschiedene Farbtöne. Aber dann wird die Fahrt auf einmal ungewohnt rau! Hohe Wellen lassen das Boot schaukeln, wir fahren mächtig Achterbahn. Das Wasser schwappt ins Boot, Schlag auf Schlag sind wir alle nass. Wie gut, dass uns Harry vorher darauf hingewiesen hatte, unsere Kameras zu schützen. Unser Bootsführer steuert das Boot zwar so gut wie möglich zwischen den Wellenkämmen, kann aber nicht verhindern, dass wir immer wieder geduscht werden. Unser großes Schiff fährt uns entgegen, sammelt uns und die beiden Pangas ein. Klatschnass steigen wir aus. Der nächste Höhepunkt des Tages naht: Wir überqueren den Äquator. Wer mag, darf im Cockpit des Kapitäns stehen und die Geräte beobachten, die das Überqueren des Äquators anzeigen. Unser Barmann serviert einen Drink für alle, eine Art hellen Glühwein, der nach Zimt schmeckt. Abends bewundern wir den fantastischen Sternenhimmel mit einer so unglaublich weißen Milchstraße, wie wir sie noch nie zuvor gesehen haben.

Donnerstag, 7. April: Inzwischen haben wir die Nordspitze der Insel Isabela umfahren, haben ein zweites Mal den Äquator aus Richtung Norden passiert und ankern nun morgens vor der Insel Santiago in Puerto Egas. Vor uns erhebt sich ein gleichmäßig runder Vulkankegel. Mit den Pangas brechen wir auf zum Landspaziergang. Wir laufen über schwarze Sandwege und über Lavafelsen, die in Wassernähe richtig rutschig sind. An kleinen grünen Oasen inmitten des Gesteins fressen kleine Meerechsen. Wir sehen Darwin-Finken, Ani (den südamerikanischen Kuckucks-Verwandten), Spottdrosseln, Galapagos-Tauben, Krabbenreiher. Am Ende des Weges entdecken wir zwischen Felsen zwei Galapagos-Seebären.

Im Gegensatz zu den Seelöwen haben sie ein längeres Fell, einen rundlicheren Kopf mit massigem Nacken und eine stumpfe Schnauze. Die beiden spielen geduldig Fotomodell. Nach dem Spaziergang darf noch geschnorchelt werden. Auch die Fische lassen sich diesmal gut fotografieren. Am Nachmittag ist das Inselchen Rabida unser Ausflugsziel. Das Besondere hier sind die kräftig rotgefärbten Felsen und Sandstrände. Nach der Nasslandung (dabei steht man bis zu den Knien im Wasser, Bild s.u.) gehen wir einen schönen Weg in die Höhe und genießen den Ausblick auf das türkisfarbene Meer und die Bucht, in der unser weißes Schiff glänzt.

Wir sehen wieder Seelöwen, Eidechsen, ein paar Galapagos-typische Vögel, zum Beispiel die braunen Pelikane. Und wer will, darf am roten Sandstrand auch schnorcheln und wieder Schildkröten und bunte Fische bewundern.

Freitag, 8. April:  Während der Nacht ist das Schiff wieder nach Santa Cruz zurückgekehrt. Morgens um 6 Uhr fahren wir mit den Pangas an den Strand Las Bachas. Barfuß laufen wir durch den weißen Sand und genießen die Morgenstimmung. An diesem Strand legen die Meeresschildkröten ihre Eier ab. Wir sehen die breiten Kriechspuren der Schildkröten, den Strand hinauf zur Eiablagestelle. Wir dürfen nur an dem kleinen Streifen in Wassernähe laufen. Ein Fregattvogel-Paar präsentiert sich uns in voller Schönheit, das Männchen zwar nicht mit aufgeblasenem, aber doch deutlich sichtbarem roten Hals-beutel bzw. Kehlsack. Auch ein hübscher Blaufußtölpel  erscheint, um sich von uns zu verabschieden, bevor wir wieder zurückfahren aufs Schiff, das uns anschließend zur Flughafen-Insel Baltra bringt.

Das letzte Mal besteigen wir die Pangas – an Land wartet der Bus auf uns. Am Straßenrand tummelt sich ein goldfarbener Landleguan und bietet sich für ein allerletztes Foto an. Tschüß, Galapagos! Tschüß, ihr vielen Galapagos-Tiere! Es war schön, euch zu erleben und zu bewundern. Wir nehmen euch auf unseren Fotos mit nach Hause. Ein großes Dankeschön an Harry für seine fachkundige und sympathische Führung! Wir fliegen von Baltra nach Guayaquil und von dort aus wieder mit KLM in elf Stunden nach Amsterdam. Jetzt wird die Uhr acht Stunden vorgestellt – so kommen wir Samstagabend in Stuttgart wohlbehalten und voll mit tiefen Eindrücken wieder an. Die „Treasure of Galapagos“ Für mich war es das erste Mal, dass ich eine Woche auf einem Schiff verbracht habe. Die „Treasure of Galapagos“  ist ein komfortabler Katamaran, Baujahr 2009, der Platz hat für maximal 16 Passagiere. Die Kabinen sind sehr geräumig, jede mit eigenem Bad und WC. Auch der Restaurantbereich, die Bar, das Sonnendeck bieten viel Platz und sind gut ausgestattet. Für das Wohlgefühl an Bord ist eine achtköpfige Crew zuständig, die – meist im Hintergrund – unermüdlich für angenehmes und sicheres Reisen, fürs leibliche Wohl, für Ordnung und Sauberkeit sorgt. Die jungen Männer, die unsere kleinen Pangas durchs mitunter lebhafte Meer steuerten, beherrschten ihren Job hervorragend. Sie waren in jedem Moment aufmerksam und gaben mir stets ein Gefühl von hundertprozentiger Sicherheit. Das Küchen- und Servicepersonal war immer freundlich und zuvorkommend, die Speisen waren liebevoll angerichtet. Wenn wir von unseren Ausflügen zurück aufs Schiff kehrten, standen zum Empfang jedesmal frisch gepresste Fruchtsäfte und kleine Snacks bereit. Die Schnorchelausrüstung wurde kostenlos zur Verfügung gestellt, ebenso lagen nach jedem Schnorchelgang kuschlige Badetücher bereit. Frühstück, Mittag- und Abendessen gab es als Büffet. Mir hat es immer gut geschmeckt und ich habe auch gerne mir unbekannte Früchte probiert, wie zum Beispiel die Baumtomate. Kaffee, Tee und Wasser standen während des ganzen Tags zur Selbstbedienung bereit. Extra bezahlen musste man nur für alkoholische Getränke. An das sanfte Schaukeln des Schiffes habe ich mich schnell gewöhnt und ich fand es wunderbar. Vor allem nachts fühlte ich mich wie ein Baby in der Wiege und habe – trotz acht Stunden Zeitdifferenz – ganz fantastisch und erholsam geschlafen. Alle zwei Tage bekamen wir frische Handtücher, die auf dem Bett zu fantasievollen Tieren und Blüten geschlungen waren. Es war Erholung pur, auf dem kleinen Kabinenbalkon zu sitzen und vor allem bei fahrendem Schiff auf das Wasser zu schauen, den Fernblick auf felsige Inseln oder gar Vulkane zu genießen oder die Vögel zu beobachten. Das Wetter war während unseres Aufenthalts äußerst angenehm. Wer sich für das Schiff näher interessiert findet hier alle Infos: www.treasureofgalapagos.de
Die gesamte Organisation der Reise war perfekt. Ein Dankeschön an „Frobeen Erlebnisreisen“, www.frobeen.de

Rückblick und Ausblick – meine Gedanken:



Die Galapagos-Inseln liegen 1000 km westlich von der südamerikanischen Küste in der Äquatorzone. Die Tiere und Pflanzen haben hier – fern ab vom Festland – über Jahrhunderte eigenwillige Formen herausgebildet und ein sich geschlossenes Ökosystem entwickelt. Bis Seefahrer im 16. Jahrhundert die Inselgruppe entdeckten und Einfluss nahmen. Die Schiffsbesatzungen fingen die Riesenschildkröten und nahmen sie als lang haltbare Fleischvorräte auf ihre Boote. Später setzten sie auf den Inseln Ziegen aus, die sich vermehrten, und wiederum bei Bedarf von Seefahrern einge-fangen wurden – zu Ernährungszwecken. Mit den Schiffen und der ersten Besiedlung durch Menschen kamen auch Hunde, Katzen, Ratten auf die Inseln. Die Riesenschildkröten waren im 20. Jahrhundert fast ausgerottet, die Ziegen hatten manche Regionen kahl gefressen, Hunde töteten und fraßen die Landleguane. Katzen und Ratten machten der einheimischen Vogelpopulation zu schaffen. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts erkannten die Menschen die verheerenden Folgen auf das Ökosystem der Inseln und begannen mit systematischen Naturschutzmaßnahmen. Die Schildkröten wurden konsequent geschützt und gezüchtet. Zigtausende von Ziegen wurden getötet, ebenso wur-den wilde Hunde, Katzen und Ratten bekämpft. Die ursprüngliche Tier- und Pflanzenwelt erholte sich sichtbar. Mit der Einrichtung des Galapagos-Nationalparkes im Jahr 1959 stellte man den Na-turschutz in den Vordergrund und setzte dem Tourismus klare Grenzen. Seit 1978 stehen die Inseln auf der UNESCO-Liste des Weltnaturerbes. Doch das Rad lässt sich nur begrenzt zurückdrehen. Heute gibt es neue Bedrohungen, die den einheimischen Tieren zu schaffen machen. Eine eingeschleppte Mücke legt ihre Eier bevorzugt in Vogelnester. Die Larven dieser Mücke ernähren sich vom Blut frisch geschlüpfter Vögel, sodass diese sterben. Besonders betroffen sind die Darwin-Finken, aber auch die Population der Blaufußtölpel ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen, wie unser Galapagos-Guide Harry mir erzählte. Die Meeresschildkröten werden von den neuen Speedbooten, die immer häufiger zwischen den einzel-nen Inseln verkehren, brutal in Stücke gerissen. Die Meerechsen leiden unter Futtermangel, bedingt durch die zu warme Meerestemperatur. Das Massensterben haben wir während unseres Aufenthalts eindrücklich und mit Kummer gesehen. Generell geht die Zahl der Fische im Pazifik zurück, das könnte Folgen für die Fisch fressenden Vögel, aber auch Seelöwen und Seebären haben.

Weiterhin berichtete uns Harry, dass der Staat Ecuador ein neues Rahmengesetz verabschiedet hat, das ein Verschieben der Grenzen des Nationalparks auf Galapagos erlauben soll. Die Menschen, die auf der Insel Santa Cruz leben, wollen sich weiter ausbreiten. Und sie wollen mit Touristen Geschäfte machen. Hier die richtige Balance zu finden, wird eine Aufgabe für die Zukunft sein. Möge die Natur genügend Fürsprecher und aktive Beschützer finden – das ist mein größter Wunsch. Damit auch spätere Generationen noch Freude haben an diesem ganz besonderen Naturparadies auf unserer Erde! Was mich besonders fasziniert hat: Das so wunderbar türkisfarbene, klare Meer. Die bizarren Ausformungen des Lavagesteins und der Blick auf die kegelförmigen Vulkane. Die Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge. Der unglaubliche Sternenhimmel in der Nacht! Die verschiedenartigen Sandstrände: es gab weiße, breite Traumstände, aber auch Strände mit schwarzem und mit tiefrotem Sand. Die Unterwasserwelt mit den bunten, glitzernden Fischen und Fischschwärmen.

Die einheimische Vogelwelt mit ihren besonderen „Typen“: Die witzigen Blaufußtölpel, die zum Fischfang senkrecht mit dem Schnabel nach unten ins Wasser schießen und die tatsächlich schöne blaue Füße haben. Die Flugunfähigen Kormorane mit Stummelflügeln, die Fregattvögel mit ihren roten Kehlsäcken, die quirligen kleinen Galapagos-Pinguine. Einzigartig auch die „Drachenwelt“: die lavasteinfarbenen Meerechsen, die so tapfer gegen die Hungersnot ankämpfen, die goldschimmernden Landleguane.

 

 

 

Die Riesenschildkröten hätte ich gerne in freier Natur erlebt – das Glück hatten wir leider nicht. Entschädigt dafür haben die noch reichlich vorhandenen Meeresschildkröten – mögen sie es lernen, den Speedbooten der Menschen auszuweichen!

 

Reinhild Berger, im April 2016

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